Warum Wut besser ist als sie aussieht

By Jan | Achtsamkeit

Dez 24
Wut

Jahresende: Weihnachten, Sylvester, die Tage zwischen den Jahren – ist das nicht eine herrliche Zeit und ein Grund, ganz entspannt das Leben zu feiern?

Nix da, dieser Typ hinter mir im Auto hupt mit kürzesten Unterbrechungen auf extrem aggressive Weise.

An diesem Tag hatte ich im Kofferraum sehr sensibel gestapelte Sektgläser von der letzten Kunstausstellung im Kofferraum und nahm deshalb alle Kurven entsprechend vorsichtiger.

Besagter Wutbürger wusste das natürlich nicht.

Trotzdem: Muss er sich deswegen derart aufregen?

Jawohl, muss er, denn meine Fahrweise war nur der Tropfen, der irgend ein Fass in ihm zum Überlaufen gebracht hat. Offensichtlich brauchte er ein Ventil für seine brodelnden Emotionen und ich kam da gerade recht.

Warum Wut sich von anderen Emotionen unterscheidet

Lassen wir unsere Wut nicht zu, sammeln sich negative Emotionen an und entladen sich bei nichtigen Anlässen – entweder man explodiert oder implodiert, richtet die Wut gegen sich selbst.

Wut will uns also immer etwas sagen.

Das gemeine an der Wut ist aber, dass sie eine gesellschaftlich wenig akzeptierte Emotion ist.

 

Alle anderen belastende Gefühle, wie zum Beispiel Schmerz, Trauer oder Angst, da gibt es in der Regel Verständnis und Mitgefühl.

Wut dagegen wird schnell mit Bedrohung und Aggressivität verwechselt.

 

Wut hat unterschiedliche Gesichter

In unserer Lebensgemeinschaft mit 16 Menschen kann ich die unterschiedlichsten Ausdrucksformen von Wut beobachten.

Der eine knallt lautstark mit den Türen, jemand anderes wird immer stiller und zieht zurück. Klopfe ich an die Türe höre ich nur ein leises „Lass mich in Ruhe“.

Wütend sind beide.

Aber an den unterschiedlichsten Ausdrucksformen erkenne ich, dass Wut nur eine Emotion ist, die vorgelagert ist. Darunter ruht die eigentliche Emotion:

Schmerz, Enttäuschung, Trauer, Verletzung…

Wut ist lediglich eine Reaktion auf ein viel tiefer sitzendes Gefühl, das nicht befriedigt wird.

Oder anders ausgedrückt: Wut, in ihrer reinen Form, ist eine verletzte Emotion.

Sie ist eine Art zu zeigen, dass Grenzen überschritten wurden.

Und diese Grenzen werden durch andere Menschen überschritten.
Das kennst du ja sicher auch.

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Zugang zu Emotionen und Intuition...

Ich lebe zusammen mit meiner Familie und darüber hinaus in einer Lebensgemeinschaft mit sehr unterschiedlichen Menschen.
jeden einzelnen Menschen aus unserer Gemeinschaft liebe ich von Herzen!
Aber einige sind so anders, dass ich manchmal an die Decke springen will.

Ich komme an meine Grenzen:

Mein Puls rast, die Gefühle packen mich und drücken meinen Kopf unter Wasser.

Lästig, eine Last, ein schwarzes Loch für meinen Seelenfrieden.

Was tun?

Menschen ändern zu wollen macht keinen Sinn.

Ihr Verhalten persönlich zu nehmen ist ebenfalls sinnlos.
 Sie tun eben, was sie tun.

Und ihre Worte und Taten sagen nichts darüber aus, wie wir sind, 
sondern darüber, wie sie sind.



Was wir aber persönlich nehmen sollten, sind unsere eigenen Gefühle.

Dabei ist mir folgender Gedanke hilfreich geworden:

Menschen, die negative Gefühle in uns auslösen,
 sind Boten für die nicht geheilten Teile in uns. 



Als würde jemand an unserer Tür klingeln und uns darauf aufmerksam machen,
 dass ein Fenster unserer Bude eingeschlagen ist oder es aus der Küche qualmt.

Warum sollte uns etwas auf die Palme bringen,
 wenn wir entspannt unter der Palme säßen,
 im Gleichgewicht und ganz im Reinen mit uns? 
Warum sollte uns etwas wehtun, wenn wir doch ganz heil wären?

Schwenken wir die Kamera also vom Anderen zurück auf uns.

Fragen wir uns, was hinter unserem Ärger steckt,
 hinter der Wut, die uns ohnmächtig macht.

Natürlich gibt es Ärger, der ganz banal ist. Ich stehe lange vor dem Ticketschalter beim Kino, der Film beginnt bald und jemand drängelt sich geschickt an den Anfang der Reihe. Hier brauche ich sicher nicht nach verborgenenen Emotionen forschen.

Sehr oft steckt hinter unserer Wut jedoch mehr.

Und sie ist besser, als sie aussieht.

Denn sie stellt uns Fragen:

Welche Wunde ist da noch nicht geheilt? 
Welcher Teil in mir braucht Zuwendung?

Auf diese Weise kann uns jedes noch so nervige Zusammentreffen dienen.

Also:

Spüre ich Wut in mir Aufkeimen, verbinde ich mich mit meinem Atem und spüre in meinen Körper: Wo sitzt meine Wut und auf welche Emotionen will sie mich hinweisen.

Kind

​Tiefer an die Gefühle hinter der Wut rankommen?

​Spannend - aber gar nicht so einfach.

Dann noch der zweite Schritt:


Stell Dir vor, 

du bist ein Gasthaus, die Gefühle sind deine Gäste.



Klopfen sie an, ignorierst du sie nicht, noch errichtest du Barrikaden.

Du kannst sie dir nicht aussuchen, und so öffnest du allen die Tür. Du heißt sie freundlich und warm willkommen.

Lässt sie eintreten, so wie sie sind;

die kleinen wie die großen;

die schweißnasse Angst,
 den blutenden Schmerz,
 die stinkende Wut.

Dann benennst du sie, doch sagst du nicht:

ich bin traurig“ oder „ich bin wütend“.

Sondern – und jetzt kommt ein echt famoser Trick, der vieles leichter macht –

 du sagst:

„aha, da ist Trauer“

oder


„sieh an, da ist Wut“.

So, wie Gäste im Gasthaus sind, aber nicht das Gasthaus sind.

 Sie sind da, aber sie sind nicht du, nicht alles, woraus du bestehst.

Du nimmst sie wahr, lässt sie bleiben, so lange sie wollen …
und wie‘s Gäste nun mal so an sich haben, werden sie wieder davon ziehen.

Alle.


Selbst die schwierigsten Gefühle.



Ich gebe zu:
 mir gelingt dieser Umgang längst nicht immer.

Vor etlichen Jahren schien‘s mir in manchen Stunden sogar verlockend,
 einfach die ganze Hütte abzufackeln,
 statt auch nur noch einen dieser Gäste ertragen zu müssen.
 Aber seit ich mich auf diesen Weg begeben habe und immer häufiger zulasse,
 was ist, geht‘s mir schon viel besser –
 und das wünsche ich dir auch.

 

Zorn

Etwas tiefer an verborgene Gefühle rankommen?

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About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

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