Wie Hingabe deine Arbeit verändert

By Jan | Achtsamkeit

Aug 31
Freude auf der Arbeit

Wir hoffen, du hast einen erholsamen und inspirierenden Sommer erlebt.

Jetzt geht für Viele wieder die Arbeit los und wir möchten dir hierfür eine Einstimmung auf den Weg geben.

Vielleicht liebst du deine Arbeit – dann herzlichen Glückwunsch!

Vielleicht hast du zur Zeit Mühe, auf deiner Arbeit mit Freude und Inspiration dabei zu sein.

Auch hier: Herzlichen Glückwunsch, denn ein tiefgründiges Lernfeld eröffnet sich für dich!

Arbeit macht bei vielen Menschen den größten Teil ihres Lebens aus und somit ist es sehr wichtig, dass die Arbeit erfüllend und villeicht sogar eine Quelle des Glücks ist.

Arbeit macht glücklich, wenn…

  • … sie für uns einen Sinn erfüllt
  • … die Arbeitsatmosphäre stimmt
  • … wir Gestaltungsmöglichkeiten haben und
  • … wir uns mit unseren Talenten verwirklichen können

Wenn diese vier grundlegenden Voraussetzungen erfüllt sind, wird es dir leicht fallen, mit Hingabe und Begeisterung auf der Arbeit zu sein.

Wenn eine oder mehrere dieser Voraussetzungen fehlen, kannst du etwas davon wieder durch folgende 3 Überlegungen re-aktivieren:

1. Erinnere ich an die Anfänge

Wir können unsere Liebe zum Beruf ähnlich auffrischen, wie die Liebe zu einem Partner. Mehrmals im Jahr führe ich Trauungen durch. Wenn ich mich mit dem Brautpaar vorher zusammen setze und ihre Geschichte höre, wird mir immer ganz warm ums Herz. Da gibt es eine bewegende Story, gemeinsame Träume und eine Perspektive für´s Leben.

Wenn du in einer Partnerschaft lebst, die schon etwas älter ist, erzähle doch jemandem mal wieder, wie du deinen Partner bzw. ihre Partnerin kennengelernt hast. Berichte auch die Details. Und beobachte dich selbst dabei, höre dir selbst gut zu. Welche Stimmung kommt da in dir auf? Wie hört es sich an? Erinnere dich an diese wunderbare Phase der Verliebtheit und vielleicht spürst du tatsächlich wieder ein paar kleine Schmetterlinge im Bauch.

Und jetzt erinnere dich an deine ersten Tage in deinem Beruf. Erzähle es jemanden! Wie war der erste Tag? Alles war neu für dich. Neue Kollegen, neue Aufgaben. Was hat dich damals begeistert? Was hat dir Spaß gemacht? Mit welchem Gefühl bist du morgens aufgestanden?

Und beobachte dich auch hier, wie du darüber sprichst und welche Gefühle dabei entstehen.

2. Gib dein Bestes!

Gib nicht deshalb dein Bestes, weil du andere beeindrucken willst, sondern weil du dann mehr Freude und Erfüllung an deiner Arbeit haben kannst. Tu es also im Blick auf dich selbst und im Blick auf Gott, dem du die Führung deines Lebens anvertraut hast.

Dann machst du dich auch unabhängiger von der Anerkennung anderer. Du bist erst einmal zufrieden mit dir selbst.

Wir fühlen uns gut, wenn wir alles gegeben haben, es befriedigt uns. Wenn du dich nur zu 50% einsetzt, leidest du mehr darunter als alle anderen. Du verlierst deine Begeisterung und deine Selbstachtung.

 3. Hingabe praktisch

Eng verbunden mit dem zweiten Punkt ist Hingabe.

Martin Luther King hat einmal folgendes gesagt:

„Wir alle sind aufgerufen, unermüdlich zu arbeiten, um ein vollendetes Lebenswerk zu schaffen. Nicht jeder Mensch ist zu Höherem berufen, nur wenige erreichen Großes in Kunst und Wissenschaft. Viele sind berufen, in den Fabriken, auf den Feldern und Straßen zu schaffen. Aber keine Arbeit ist unbedeutend. Jede Arbeit zum Nutzen der Menschheit hat ihre Würde und Wichtigkeit, und jede sollte mit dem steten Streben nach Vollkommenheit getan werden. Wenn jemand Straßenfeger ist, dann soll er seine Straßen so fegen wie Michelangelo seine Bilder malte, wie Beethoven seine Musik komponierte, wie Shakespeare seine Werke schrieb. Er sollte seine Straße so fegen, dass jeder Vorübergehende sagt: Hier hat ein großer Straßenfeger gearbeitet, und er hat seine Sache gut gemacht.“

Versuche durch deine Arbeit in der Qualität deiner Hingabe zu wachsen.

Hingabe wird oft mit Leidenschaft, Kunst oder Religion in Zusammenhang gebracht.

Hingabe betrifft jedoch unser ganzes Leben. Wenn wir Hingabe mit dem alltäglichen Beruf und die alltäglichen Beziehungen in Verbindung bringen, erwacht auch wieder Leidenschaft.

Jesus sagte: „Werdet wie die Kinder“. Und er verbindet diese kurze Aussage mit der Erfahrung des Reich Gottes.

Wenn wir ein Kind beobachten, das versunken und selbstvergessen in sein Spiel vertieft ist, dann können wir da Hingabe wahrnehmen.

Meister Eckhart spricht von Hingabe als „eine Tugend vor allen Tugenden“. Diese Hingabe setzt die Bereitschaft zur Selbstaufgabe – zum sich Selbstvergessen voraus.

Ein Kind, dessen Verstand noch nicht ausgebildet ist, lebt noch auf ganz natürliche Weise in dieser Selbstvergessenheit und kann sich deshalb oft im Spiel ganz hingeben.

Was bei einem Kind noch ganz natürlich ist, muss ein Erwachsener erst wieder zurückgewinnen.

Versuche in dieser Woche doch mal folgendes:

Wasch dir einmal mit Hingabe die Hände. Diese ganz alltägliche Handlung mit bewusster Hingabe zu tun bedeutet:

Ganz im Hier und Jetzt sein, während du dir die Hände wäschst.

Nehme wahr, wie das Wasser über die Hände läuft, wie deine Hände sich bewegen, wie deine Finger sich berühren, – diesen ganzen Vorgang, den wir sonst nur so ganz nebenbei machen – lenke mal deine ganze Aufmerksamkeit genau da hin. Sei ganz da! Denke nicht darüber nach, sondern sei ganz in der Empfindung und in diesem Augenblick.

Wenn du nun auch auf der Arbeit die einzelnen Handlungen immer wieder mit ganzer Aufmerksamkeit und innerer Hingabe tust, wirst du erfahren, dass du wacher und klarer bei der Sache bist und mit der Zeit auch wieder Leidenschaft wächst.

In diesem Sinne wünschen wir dir ein gelungenes Lebenswerk.

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About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

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