Wenn du deine Geburt überlebt hast…

By Jan | Achtsamkeit

Nov 03
Geburt

Das Leben beginnt mit der größte Krise die wir uns vorstellen können.

Es gibt keine Erfahrung, die unser ganzes System so stark beeinflusst wie die Geburt. Bisher war das Ungeborene im geschützten Dunkel des Bauchs und erlebte die Schwerelosigkeit in der Fruchtblase. Es war durch die Nabelschnur verbunden mit dem System der Mutter und erlebte auf diese Weise Ozeanische Bedingungen.

Durch die Geburt geschehen radikale Veränderungen auf allen Ebenen:

Helles Licht, laute Geräusche, die Ohren öffnen sich, die Lungen beginnen zu atmen, die physische Trennung durch die Abnabelung, und das alles in dramatisch kurzer Zeit.

Also, wenn du deine Geburt überlebt hast: Herzlichen Glückwunsch! Du bist vorbereitet fürs Leben.

Es gibt nur eine Krise die vielleicht noch größer ist, über die wir aber wenig sagen können, da wir sie noch nicht erfahren haben:

der eigene Tod.

Die Geburt ist die Umstellung der Aufnahme:

ich nehme Luft durch meine Lungen auf, die Sinne öffnen sich, ich empfange mein Leben losgelöst von dem Mutterschoß …

Der Tod ist die Krise des Loslassens:

ich muss alles, aber auch wirklich alles loslassen!

Und so wie die Krise der Geburt das Tor zum irdischen Leben ist, so ist die Krise des Todes das Tor zum ewigen Leben.

Wir finden diese Reihenfolge im ganzen Universum – immer muss etwas durch eine Krise hindurch, etwas muss absterben und in den Tod gehen. Und genau dadurch entsteht wieder neues Leben. Das Tor zu diesem neuen Leben ist immer eine Krise.

Jesus drückte es so aus:

„Wenn das Weizenkorn nicht erstirbt, bringt es keine Frucht. Wenn es aber stirbt, so bringt es reichlich Frucht“. Johannes 12,12,

Und Paulus drückt es christologisch aus:

„Christus ist mein Leben sterben mein Gewinn.“ Phil. 1.21

In diesem Artikel möchte ich den Geburtsvorgang wieder in Verbindung mit den Wachstumsschritten bringen, die wir immer wieder in unserem Leben wiederfinden.

Es geht diesmal um den letzten Schritt bei der Geburt:

Die Loslösung

Die Schlussphase der Geburt beginnt, wenn der Kopf des Kindes ins Freie gelangt ist. Unter nochmaliger Drehung muss nun der Körper mit Armen und Beinen nachgezogen werden. Das ist meist leichter als alles Vorangegangene. Doch damit ist die Geburt noch nicht ganz vollendet. Das Kind muss von der Nabelschnur getrennt werden und alle Organe beginnen, selbständig zu arbeiten: Atmen, Blutkreislauf, Nahrungsaufnahme durch Saugen etc.

War das Leitmotiv der ersten Phase „Hineingehen“ und das zweite Leitmotiv „Dem Stern folgen“, so lautet das dritte Leitmotiv

„Achtsam bleiben“.

Der errungene Sieg muss sich oft erst noch in alle Lebensbereiche hinein auswirken und durchsetzen. Es gibt den klassischen Typ des Helden, der aus Unachtsamkeit am Ende wieder umstößt, was er gerade vorher mit viel Mühe aufgebaut hat.

„Achtsam bleiben“.

Bei allen weiteren Geburtsvorgängen in unserem späteren Leben ist es entscheidend, die neu entstandene Lebenssituation durch Achtsamkeit zu begleiten, damit es nicht nach der Geburt wieder verkümmert oder abstirbt.

An dieser Stelle verweise ich auf drei ausgewählte Artikel, die sich mit dem Thema Achtsamkeit beschäftigen. Wenn dich dieses Thema weiter interessiert und du prägende Erfahrungen machen möchtest, überlege doch, ob der Kurs  „Projekt Achtsamkeit“ im nächsten Jahr etwas für dich ist.

Hier üben wir uns in einer Lerngruppe von 12 Personen in einem Zeitraum von 8 Monaten in das Thema „Achtsamkeit“ ein. Intensiver geht es kaum…

Hier mehr Infos: „Projekt Achtsamkeit 2016“

Nun  wünschen wir dir das wachsende Gespür von Gottes Gegenwart in allen Wachstumsschritten deines Lebens:

„Wie dein Gehen zum Beten wird“

„Gottes Gegenwart durch Achtsamkeit erfahren“

„Lebenszeit durch Achtsamkeit verwandeln“

 

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About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

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