Warum dich der innere Kritiker krank macht

By Jan | Achtsamkeit

Sep 04
innerer Kritiker

Was meinst du, mit welcher Person unterhältst du dich mit Abstand am meisten in deinem Leben?

Wenn du nicht gerade in einem Callcenter arbeitest, dann bist das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit du ganz höchst persönlich.

Wir tun das leider manchmal mit einer Brutalität und Härte, bei der es einem Angst und Bange werden kann.
Dabei bemerken wir das nicht einmal, weil es schon so normal geworden ist.

Dein innere Kritiker schläft nie

Innerlich läuft bei uns beständig ein innerer Kommentator, der „innerer Kritiker“ mit, der alles, was wir tun kommentiert und beurteilt.

„Du hast dein Workout geschafft?“

„ Gutes Kind!“

„Du hast etwas zu lange bei Youtube rumgehangen?“

„Schlechtes Kind!“

„Beim Blick in den Spiegel weitere Fettpölsterchen entdeckt?“

„Schäm dich!“

 

Alles, was wir tun und an uns bemerken wird vom inneren Kritiker bewertet:

Ist es gut oder schlecht?

Diese beständige Aus- und Bewertung ist zu einer mentalen Gewohnheit geworden. (nebenbei bemerkt: dies tun wir in der Beziehung zu anderen Menschen genau so.)

Auch wenn diese Angewohnheit für uns so selbstverständlich geworden ist:

Sie ist äußerst destruktiv.

Warum?

Weil wir damit jedes mal unser Glücklich-sein reduzieren.

Und das geschieht folgendermaßen:

Du gehst durch den Tag und verhältst dich auf bestimmte Weise. Und deine Gedanken kommentieren innerlich: war es gut oder schlecht?

Wenn du etwas getan hast, was deiner inneren Beurteilung nach „gut“ war, dann bist du froh.

Jedoch: in der Regel nimmst du dir kaum Zeit für diesen kurzen positiven Impuls. Du bist schon bei der nächsten Aufgabe, die ansteht.

Oder es kommt ein Nachsatz: „es hätte auch besser sein können.“ etc.

Wenn du etwas getan hast, das du als „schlecht“ empfindest, dann löst dies sowieso nicht gerade Glücksgefühle aus.

Die beständige innere Auswertung ist also nicht besonders hilfreich. Sie hinterlässt das Gefühl von Frust, Unzufriedenheit und Mangel.

Wenn diese innere Gewohnheit also nicht hilfreich ist, was könnten wir stattdessen tun? Ist eine Alternative überhaupt möglich?

Ich gebe zu, dass die Veränderung von (Denk)Gewohnheiten nicht einfach ist.

Es ist jedoch möglich, wenn wir eine Gewohnheit durch eine andere ersetzen.

Die alternative Gewohnheit zum inneren Kritiker, die ich empfehle ist:

Dankbarkeit und Zufriedenheit in diesem Moment.

Jep, das hört sich vielleicht etwas nach Wellness-Spiritualität an, aber es funktioniert!

Und zwar so:

Du tust etwas.

Irgendetwas.

Du bemerkst deinen inneren Kommentator / Kritiker:

„Du bist aber ganz schön faul heute!“

Nun stoppst du diese innere Gewohnheit indem du dir selbst sagst:

„Nein, ich werde dieser Gewohnheit nicht mehr folgen! Stattdessen suche ich genau in diesem Moment etwas, wofür ich dankbar sein kann.

Für mich selbst oder für mein Leben.“

Nutze diesen Moment, in dem du den inneren Kritiker wahrnimmst und schalte stur in ein anderes Programm.

Dabei ist es egal, ob du etwas getan hast, was nach deiner inneren Bewertung „unzureichend“ oder „schlecht“ war – oder ob du etwas lobenswertes gemacht hast:

Deine Dankbarkeit und Zufriedenheit hängt nicht von dem ab, was du gerade getan hast.

Wenn du Dankbarkeit und Zufriedenheit mit der Zeit etwas lösen kannst von deinem Erfolg oder Nicht-Erfolg, dann bist du durch ein entscheidendes Tor hindurch geschritten!

 

Zwei Beispiele:

Ich habe gerade diesen Artikel fertig geschrieben – Ich bin großartig!

Stopp!

„Ich werde meine Zeit nicht mit innerer Bewertung verschwenden sondern nehme wahr, was um mich herum geschieht:

Es ist ein schöner Tag draußen. Mein Körper fühlt sich etwas müde an. Ich hatte ein leckeres Essen heute Abend und ich habe ein Bett, in dem ich gleich tief schlafen werde.

Ich bin dankbar für diese Dinge – und für meine Familie, meine Freunde, und für das Leben an sich.“

Dies ist alles da, ob ich den Artikel geschrieben habe oder nicht…

Andere Situation:

Ich habe mich im Internet verloren, Zeit verschwendet, statt effektiv zu arbeiten.

Grrrrrrrr!

Aber auch hier:

Stopp!

„Ich werde meine Zeit nicht mit innerer Bewertung verschwenden sondern nehme wahr, was um mich herum geschieht:

Es ist etwas warm im Zimmer, der Kühlschrank brummt, draußen zwitschern ein paar Vögel. Ich bin etwas müde und bin dankbar für all die Dinge, die ich eben aufgezählt habe. Und mir fällt noch die Musik ein, die ich nebenbei höre.

Für Musik kann man unendlich dankbar sein!“

 

Diese Dankbarkeits-Wahrnehmung kannst du immer tun, egal was gerade geschieht:

  • Du verpasst ein wichtiges Meeting,
  • deine Mutter liegt im Sterben,
  • du hast einen gewinnbringenden Geschäftsabschluss erreicht,
  • du isst gerade ein leckeres Eis,

 

Lass die Gewohnheit der inneren Bewertung los und übe dich in der Dankbarkeits-Wahrnehmung ein.

Egal, was gerade geschieht.

Tipp:

Um diese Gewohnheit einzuüben, benutze ein kleines visuelles Symbol, dass dich erinnert:

  • Eine kleine Zeichnung,
  • ein besonderer Stein,
  • ein Schlüsselanhänger,
  • ein Armband….

Talismann

 

 

 

Übe diese heilsame Gewohnheit morgens in deiner 5-Minuten Meditation,

übe sie während des Tages in den beschriebenen Momenten,

übe sie beim Warten auf den Bus…

Übe sie, wenn du dich unmotiviert fühlst,

oder frustriert,

oder begeistert,

oder verliebt….

Die Angewohnheit der Dankbarkeits-Wahrnehmung wird dich niemals enttäuschen – wie ein guter Freund.

 

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Jan und Susanne von Wille