Wann hast du das letzte mal deine Perspektive gewechselt?

By Jan | Achtsamkeit

Sep 11

„Das Reich Gottes ist da! Denkt um und glaubt dieser guten Nachricht!“ Mark. 1,15
In der frühen Christenheit wurde der Glaube als „Der Weg“ bezeichnet.  Menschen, die glaubten waren Menschen, die unterwegs waren. Das ist das Lebensprogramm der „fortwährenden Veränderung“.
Aus dieser geistlichen Bewegung ist dann die Kirche entstanden, so wie wir sie kennen. Über die Jahrhunderte hat diese Kirche eher einen bewahrenden, konservativen als dynamischen Charakter gebildet. Das mag mit daran gelegen haben, dass es im Laufe der Geschichte immer wieder Auseinandersetzungen über die rechte Lehre, also Glaubensinhalte gegeben hat. Die Institution Kirche musste die rechte Lehre bewahren und verteidigen. Wenn diese Seite jedoch zu stark betont wird, entsteht ein selbsterhaltendes System, bei dem letztlich der Glaube als ein „Für-wahr-halten von Inhalten“ verstanden wird. Aber sicherlich geht es Gott nicht zuerst darum, dass wir korrekt über ihn denken. Die biblischen Gestalten glaubten nie an Programme sondern wurden die seltsamsten Wege geführt.
Glaubensinhalte und Verhaltensweisen sind – wie bei der Erziehung von Kindern – wichtige Themen der ersten Jahre.  Sie geben das nötige Gerüst. Paulus schreibt an die Galater (Gal. 3,24) dass das Gesetz ein Lehrmeister ist – bis das wahre Wesen erscheint.
Wenn wir „Bekehrung“ und „Umdenken“ nicht als einen einmaligen Punkt in unserem Leben sehen, sondern als Lebenweise, kommen wir der guten Nachricht näher.
In diese geistliche Grundhaltung können wir uns auch auf ganz praktische Weise einüben. Vieles hängt von unserer Perspektive ab. Aus der Perspektive eines kleinen Kindes sieht die Welt ganz anders aus als aus der Sicht von Erwachsenen. Es macht einen großen emotionalen Unterschied, ob ich im Schwimmbad am Beckenrand sitze oder oben auf dem 5 Meterbrett. Da wir alle zur Gewohnheit neigen, nehmen wir immer wieder unsere Perspektive ein. Versuche in den nächsten Tagen bei kleinen Alltäglichkeiten deine Perspektive zu wechseln.
– Setz dich an einem anderen Platz als sonst am Esstisch, auf dem Sofa, im Büro usw.
– Wenn du normaler weise das Auto lenkst, lass deinen Partner fahren – und umgekehrt.
– Versuche dich in einem Gespräch ganz bewußt in die Sichtweise deines Gegenübers zu versetzen
– …

Nasruddin sass am Fluss, als jemand vom anderen Ufer aus rief: „Wie komme ich denn hier auf die andere Seite“?  Darauf antwortete Nasruddin: „Du bis auf der anderen Seite!“

 

 

 

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About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

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