persönliches Wachstum durch Meditation

Scheitern und wieder aufstehen

By Jan | Achtsamkeit

Apr 18

Warum Scheitern so weh tut

In unserem letzten Seminar habe ich die Teilnehmer gebeten, sich an ihre Verletzungen und Wunden zu erinnern, die sie sich im laufe des Lebens zugezogen hatten.

Dann kam der nächste Schritt:

Um dieses Nachdenken zu visualisieren habe ich sie eingeladen, überall dort, wo sie den Schmerz der Verletzung in ihrem Körper lokalisieren können, ein rotes Band zu befestigen.

Nach einiger Zeit habe ich in den Saal geschaut und der Anblick hat mich tief berührt:

Der Raum war voll von roten Bändern. Manche hatten sich den gesamten Kopf in Rot eingehüllt. Einige trugen rote Bänder um ihren Unterleib. Bei anderen war der Brustkorb rot eingewickelt.

Es war ein sehr bewegender Moment zu erleben, wie die Teilnehmer dann zu zweit austauschten und Anteil nahmen an den tiefen Erfahrungen der anderen Person.

Solche Momente der Ehrlichkeit und Offenheit sind selten.

Wir wollen Harmonie und suchen Glück und Erfolg.

Scheitern bedeutet Leben

Aber natürlich wissen wir auch, dass die Reise des Lebens kein einfaches Unterfangen ist.

Auf unserem Weg scheitern wir immer wieder.

Wir stolpern und fallen ins Leben. So beginnen schon die ersten Gehversuche als Kind.

Manchmal sind es kleine Stürze.

Von ihnen erholen wir uns schnell und starten neu.

Manchmal jedoch ist der Aufprall so heftig, dass wir jegliche Orientierung verlieren. Es entsteht eine Verletzung in uns.

Danach ist das Aufstehen ziemlich mühsam. Manchmal erscheint sogar das Liegenbleiben einfacher.

An dieser Stelle macht es Sinn, sich das „Scheitern und Fallen“ etwas genauer anschauen.

Die Psychologie des Scheiterns

Wenn wir von “Scheitern” sprechen, dann meinen wir oft, dass etwas “schief gelaufen” ist.

Etwas ist aufgetreten, dass uns aus unserer Bahn geworfen hat. Je unerwarteter und heftiger dies geschieht, desto länger brauchen wir, um uns zu erholen, neu zu orientieren und wieder zu starten.

Manchmal rappeln wir uns gar nicht mehr auf. Hier sprechen wir dann evtl. auch von einem Trauma.

Aber auch kleinere Stöße ärgern uns, frustrieren uns und bereiten uns auf andere Weise Kopfzerbrechen.

Jedes mal, wenn wir nicht weiter kommen, spüren wir das.

Ein Beispiel: 

Stell dir vor, du lernst jetzt seit 2 Jahren für dein Abschlussexamen. Du bist damit deinem Traum gefolgt, Therapeutin zu werden und anderen Menschen zu helfen.

Deinen alten Job hast du schon längst aufgegeben und dein Erspartes hast du in diesen Traum investiert.

Heute ist der Test. Nervös, aber hoffnungsvoll gehst du in den Prüfungsraum.

Nach 4 Stunden hast du es geschafft. Du bist erleichtert und optimistisch. Voller Erwartung schaust du in den nächsten Tagen in deinen Briefkasten.

Der Brief ist da.

Du nimmst ihn in die Hand.

Obwohl es nur ein Brief ist, zittert dein ganzer Körper.

Du öffnest ihn und liest:

“Nicht Bestanden!”

Dein Magen verkrampft sich sofort. Es fühlt sich an wie ein heftiger Schlag. Dir wird beinah schlecht.

Was bedeutet das “Nicht Bestanden” bloß?

Bedeutet es vielleicht auch auch, dass du als Therapeutin nicht geeignet bist?

  • Vielleicht hast du 2 Jahre deines Lebens vergeudet?
  • Vielleicht bist du nicht intelligent genug deine Träume zu verwirklichen?
  • Was hat deine Mutter doch nochmal gesagt?

“Aber ich hatte doch ein so gutes Gefühl beim Examen.”, denkst du dir vielleicht.

  • Vielleicht stimmt etwas mit deiner Einschätzung nicht?
  • Vielleicht lebst du in einer Traumwelt?
  • Vielleicht? Vielleicht? vielleicht?

Dies ist die Konfrontation mit dem Unbekannten.

Der Sturz in das Ungewisse.

Der Schmerz, den wir nach jedem Sturz erfahren.

Die harte Wahrheit:

Du und ich, wir werden oft scheitern. Und wir werden verwundet werden.

Es sei denn, du entscheidest dich, zu stagnieren. Du wagst nichts Neues mehr und bewahrst den Status Quo.

Aber auch das wäre ein Scheitern. Eine Lebensverweigerung, eine Weigerung, dich dem Leben anzuvertrauen.

Scheitern ist ein Teil des Plans

Nein, es gibt keinen „Trick“, der das Scheitern zum Honiglecken macht. Scheitern wird immer weh tun.

Aber die folgenden drei Mindset-Einstellungen machen das Scheitern nicht nur erträglich, sondern können dir dabei helfen, daran zu wachsen.

Tipp 1: Falle klein und so oft wie möglich

Stürze sind im Leben unvermeidbar.

Mehr noch. Sie sind überlebenswichtig!

Denn durch sie lernen wir und passen unsere Vorstellung von der Welt, anderen Menschen und uns selbst immer besser an. Dadurch entsteht in uns eine immer bessere Karte der Welt, mit der wir uns auch immer besser orientieren können.

Mit einer besseren Karte können wir auch Wege beschreiten, die für uns bedeutend sind und uns mit Sinn erfüllen.

Du schreibst dann keine Geschichte des Scheiterns, sondern eine des Dranbleibens. Mit jedem Mal Dranbleiben und Weitermachen stärkst du deine Willenskraft und entwickelst mit der Zeit Vertrauen!

Und genau diesen Zustand kannst du nur erfahren, wenn du viele, viele, viele kleine Stürze machst und dann dich wieder aufrappelst.

Nur so wird deine Karte immer genauer.

Der Meister ist öfters gescheiter, als der Anfänger es überhaupt versucht hat.

– Stephen McCranie

SCheitern als Kompass

Tipp 2: Stolz statt Scham

Scheitern tut weh. Wenn wir auf das Scheitern jedoch noch die Scham drauflegen, dann geht die Wunde richtig tief.

Als ich mit meiner Selbständigkeit begonnen hatte, scheiterte ich innerhalb von 2 Jahren mit 3 Geschäftsideen! Alle drei haben mich Herzblut, Geld und Lebenszeit gekostet.

Und bei jedem Scheitern spürte ich, wie nicht nur der Ärger sondern auch die Scham nach meiner Seele griff.

An dieser Stelle war eine innere Entscheidung nötig und sie hat mir geholfen, weiterzugehen.

“Okay. Ich gebe mein Bestes. Ich gebe mein ganzes Herzblut hinein. Aber ich mache mir auch bewußt, das Scheitern mit zum Plan gehört und ich werde mich NICHT dafür schämen.

Ich werde stolz darauf sein,  dass ich es versucht habe!”

Es ist nicht einfach, an einem Tiefpunkt Selbstmitgefühl aufzubringen.

In unserer Gesellschaft haben wir es uns angewöhnt, nur dann stolz auf uns zu sein, wenn wir etwas geschafft oder geleistet haben.

Von diesem Denkmuster habe ich mich befreit.

Ich bin stolz auf jeden Versuch, den ich wage – egal ob er gelingt oder nicht.

Ich bin stolz darauf, dass ich etwas riskiere und somit bereit bin, zu scheitern.

Weil ich nicht aufhören will zu wachsen.

Weil ich meiner Wachstumslust folge und dadurch über mich hinauswachse.

Und weil es ein großes Abenteuer ist, zu entdecken, dass das, was ich bereits kann und weiß, längst noch nicht alles ist.

Es ist begeisternd, wie sehr sich unser Leben ausdehnt, wenn wir das Scheitern willkommen heißen!

Als Teil unserer Lebendigkeit. Als freundliches Feedback des Lebens an uns.

Und als Teil des Plans.

Tipp 3: Trainiere deine Aufmerksamkeit

Dein Leben ist nicht vorhersagbar, aber oft gibt es Vorzeichen.

Die Realität kommuniziert ständig mit dir und gibt dir Zeichen, ob du dich auf dem richtigen Weg befindest oder eher auf dem Holzweg.

A. Edison, der Erfinder der Glühbirne brauchte sage und schreibe 9500 Anläufe, um einen Kohlefaden dauerhaft zum Leuchten zu bringen.

Hätte Edison nach 100 Versuchen gedacht: “Ich gebe auf. Ich bin einfach zu dumm dafür”, säßen wir womöglich noch heute im Dunkeln.

Edison war ein Forscher mit Experimentiergeist. Forscher rechnen gar nicht damit, dass es beim ersten Versuch klappt. Sie sind neugierig und wollen herausfinden, was funktioniert und was nicht.

Gute Forscher werden mit jedem misslungenen Versuch noch aufmerksamer.

Sie machen sich Notizen, analysieren, testen neue Ansätze, und probieren es wieder und wieder – so lange, bis plötzlich etwas zu leuchten beginnt.

Mit dieser neugierigen Aufmerksamkeit können wir unser Leben als Ganzes erfassen. In all seinen Facetten. Nicht nur die kleinen Ausschnitte, in denen wir Scheitern oder Gelingen erkennen, sondern unser Bewusstsein beginnt sich zu erweitern.

Unser Leben ist sozusagen Teil eines großen Organismus, und nicht eine Verkettung von Ereignissen und Funktionen.

Wenn du dein Scheitern auf diese Weise nicht persönlich nimmst, erwarten dich die wundervollsten Überraschungen.

Wie geht es weiter?

Mit diesen Erfahrungen und Erkenntnissen habe ich eine Reihe von geführten Meditationen aufgebaut. Meditationen, die inhaltlich durch die drei Lebensfelder von Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart führen.

Ich kenne nichts, was auf so sanfte und zugleich kraftvolle Weise unsere Aufmerksamkeit schult und uns immer mehr zu unserem Personenkern führt.

Und dieser ist unverwundbar – egal ob du Scheitern oder Erfolg erfährst.

Einmal im Monat starten wir mit einer Gruppe das Projekt 100.

Für 100 Tage bekommst du täglich eine geführte Meditation (ca. 15 – 20 Minuten). Verbunden mit einem Lebensthema (Selbstliebe, inneres Kind, Gefühle verstehen, Gelassenheit etc.) erlernst du Meditation und setzt gleichzeitig durch die wechselnden Lebensthemen Wachstumsimpulse in dein Unterbewusstsein.

Willst du dabei sein?

Dann sichere dir deinen Platz und den Frühbucher-Rabatt heute:

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About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

  • Katja Schönitz sagt:

    Sehr interessant. Danke!

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