Liebe in Zeiten von Trump

By Jan | Achtsamkeit

Jan 20
donald Trump

Oder: Wie D. Trump dir helfen kann, empatischer zu werden.

Ich habe einen guten, alten Freund.

Ich mag ihn sehr und schätze seine Meinung.

Vor einigen Wochen sprachen wir über Politik. Auch über Donald Trump… und Bäng!

er hatte eine andere Meinung als ich!

Ich halte mich selbst für einen sehr toleranten Menschen, baue eher Brücken als Mauern.

Beim Thema Trump ist meine Brücke jedoch sehr klein.

„Liebe in Zeiten von Pest und Cholera“ – ist ein Roman von Gabriel García Márquez und beschreibt eine Liebesgeschichte unter sehr schweren Bedingungen.

Ich finde hier viele Ähnlichkeiten bei der gegenwärtigen politischen Diskussion.

Mein Schlachtruf heute:

Mehr Empathie!

„Ohne Empathie keine Demokratie“, sagte Arno Gruen.

Ohne Empathie auch keine Liebe.

 

Zwei Menschen begegnen sich nicht wirklich, solange sie einfach Argumente austauschen. Im Argumentieren geht es selten um Lösungen, sondern darum wer bessere Argumente hat. Was in letzter Konsequenz heißt: Wer das größte Wissen hat, gewinnt.

Da ist wieder der Wettkampf.

Der Wettkampf als Lieblingsbeschäftigung des Egos.

Es werden so lange Meinungen ausgetauscht – oder übereinander getürmt – bis ein Gesprächspartner klein bei gibt. Mit Zuhören oder Einsicht hat das wenig zu tun.

Wirkliches Zuhören ist ein Werkzeug der Liebe und Empathie.

Zuhören stammt aus der Gefühlswelt, in der ein Mensch einen anderen Menschen in sich lässt. Was zumindest in der Politik erschreckend selten geschieht.

Was im Großen kaum funktioniert, funktioniert ebenso wenig im Kleinen. Ob Partnerschaft, Freundschaft, oder spontanes Treffen im Café. Überall wird argumentiert, doch selten geschieht Annäherung oder Einsicht.

Warum?

Weil Einsicht und Annäherung wenig mit Diskussion oder Demokratie zu tun haben, sondern mit Empathie.

Erst Mitempfinden führt zur Mitmenschlichkeit, führt zum Sozialwesen.

Wir erfühlen, was der andere möchte, wir denken uns in seine Welt hinein.

Vielleicht in die Lage des Obdachlosen, der auf der Straße friert. Oder die Welt einer Frau, die gerade ihren Job verloren hat.

Aber auch im Arbeitsprozess benötigen wir diese Gabe. Z.B. wenn wir uns auf andere Menschen einstellen um im Team auf neue Ideen zu kommen.

Empathie bringt uns voran.

Empathie ist eine der stärksten Kräfte des Menschen. Aber wir müssen sie trainieren, sonst produzieren wir Einzelkämpfer.

Das ist nicht einfach. Und es kostet weit mehr als intellektuelle Einsicht.

Einfacher ist es natürlich, wenn wir uns mit Menschen umgeben, die uns ähnlich sind. Wer also eher in links-alternativen Kreisen unterwegs ist, trifft in seiner Freizeit wahrscheinlich seltener ein Mitglied der Jungen Union.

Zum Jahreswechsel habe ich ein Eigenexperiment gemacht.

Ich habe mir die Neujahrsansprache der AfD-Bundessprecherin Dr. Frauke Petry angehört.

Habe dabei mein Empathie-Potential bemüht. Und ich muss gestehen: ich konnte einiges von ihrer Perspektive besser verstehen.

Was kannst du tun?

Erstens

Verbinde dich und dein Seelenheil nicht mit einer ganz bestimmten politischen Meinung. Sonst siehst du ein Gegenargument gleich als einen persönlichen Angriff.

Vielleicht hast du ja schon mal erlebt, dass du eine Meinung zu irgendwas verändert hast. Durch eine Einsicht hat sich deine Wertevorstellung verändert und du konntest eine neue Position einnehmen.

Deine Persönlichkeit ist also nicht identisch mit deiner politischen Meinung.

 

Von dieser Erkenntnis aus könntest du dich selbst mal innerlich am Kragen packen und für einen Moment mal ein wenig „über“ deine Situation stellen. Sozusagen in eine Beobachterposition zu kommen (ab da fängt Empathie an).

Zweitens

Ein nächster großer Schritt der Empathie und Liebe besteht dann darin, über „richtig“ und „falsch“ noch einmal nachzudenken.

Die Vorstellung von „richtig“ und „falsch“ und die Identifikation eines Menschen mit so einem Etikett „Du bist gut“ oder „Du bist böse“ ist Urteilen. Von dort ist die Schuldfrage nicht mehr weit entfernt.

Und ist Schuld einmal definiert ist, kann nicht nur geurteilt, sondern auch verurteilt werden.

Vielleicht hilft auch der Gedanke, dass die Welt nicht besser wird, wenn alle Menschen auf einmal eine ganz bestimmte Wertevorstellung teilen und alle etwas ganz Bestimmtes ablehnen.

Frieden entsteht doch erst dann, wenn Gegensätze erst einmal anerkannt und akzeptiert werden.

Wie wäre es, in Gesprächen und beim lesen und posten in den sozialen Medien zuerst die Kraft der Empathie zu bemühen.

Dann erst:

Reden

Schreiben

Argumentieren.

Dann verbreitest du nicht nur Argumente und Meinungen, sondern auch Liebe…

 

Ps: Hast du dazu vor kurzen eigene Erfahrungen gemacht – also mit Empathie  – schreibe es unten in die Kommentare

PPS: ein Kurs, in  dem wir unter anderem  Empathie einüben werden, findest du hier:

„Hellwach“ – Intensivkurs für praktische Spiritualität

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About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

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