Warum du nicht alles glauben solltest, was du denkst

By Jan | Achtsamkeit

Jun 28
Gedanken

Kennst du schon deinen „inneren Beobachter“?

Auf dem Weg zu mehr Selbstaktzeptanz und Selbstliebe ist mir dieser Beobachter zu einem sehr wertvollen Freund geworden.

Hier stelle ich ihn dir kurz vor:

Unser Bewusstsein verfügt über eine Möglichkeit, sich selbst – also sein Denken, Fühlen und Verhalten – zu betrachten und zu reflektieren. Aus dieser „inneren“ Perspektive kann ein Ereignis eine andere Bedeutung bekommen als im Moment des gefühlten Erlebens.

Die heilsame „Lücke“

In dem Moment, in dem wir praktisch von außen auf uns schauen, entsteht eine heilsame Distanz. Wir identifizieren uns nicht mehr so stark mit unseren Gedanken oder Gefühlen und in diese Lücke kann etwas neues entstehen.

„Is this true? Do you believe, what you think?“ fragt Byron Katie konsequent in The Work“.

Mir tut das Nachdenken über die Frage: „Glaube ich meinen Gedanken?“ gut, es entspannt und befreit mich.

Wenn ich mit einem „kritisch-wohlwollenden Blick“ mein Tun reflektiere und mein Denken hinterfrage, kann ich manche Erfahrungen neu deuten. Im besten Fall werden sie so zu Lern- und Selbsterfahrungen.

Ich kann dann meine Gedanken mit einem „Lächeln“ hinterfragen und glaube nicht mehr alles, was ich über mich (und andere) denke.

Denn Denken und Glauben sind nicht dasselbe.

Als Anregung gebe ich dir hier ein paar gängige Alltagssituationen, bei denen wir unser Denken (und Fühlen) hinterfragen und so zu „Möglichkeitsdenkern“ werden können.

Wie wäre es…

Wie wäre es, wenn ich nicht mehr fest davon überzeugt wäre, dass das Schweigen meines Partners Ausdruck dafür ist, dass er sich nicht für mich interessiert?

Eine mögliche Deutung könnte ja auch sein:

  • weil er mit dem, was ich tue oder sage überfordert ist
  • oder weil er so gestresst ist, dass er nicht mehr sprechen kann
  • oder er einfach müde ist und keine Lust hat zu reden
  • oder in Gedanken noch mit etwas beschäftigt ist und mich gar nicht gehört hat und deswegen nicht antwortet?

Wie wäre es, wenn ich nicht mehr fest davon überzeugt sein müsste, dass die Welt sich gegen mich verschworen hat?

Eine mögliche Deutung könnte ja auch sein:

  • dass ich einfach Pech hatte
  • oder die Menschen um mich herum feige sind
  • oder selbst schlechte Erfahrungen gemacht haben und mit sich selbst beschäftigt sind und sich deswegen nicht interessieren können
  • oder weil ich tue, was den anderen ein schlechtes Gefühl macht und sie mich deswegen nicht mögen und mich ignorieren?

Wie wäre es, wenn ich nicht mehr fest davon überzeugt sein müsste, dass mein Nachbar nur deswegen laut ist, weil er mich ärgern will?

Eine mögliche Deutung könnte ja auch sein:

  • weil er schwerhörig ist und selbst nicht hört, was er für einen Krach macht,
  • oder wenn er unzufrieden mit seinem Leben ist und das an seinen Möbeln rauslassen muss
  • oder ich einfach etwas geräuschempfindlich bin und die anderen Nachbarn den Krach gar nicht so laut empfinden
  • oder wenn mein Nachbar einfach ein Hobby hat, das er braucht, um seinen Stress abzubauen wie zum Beispiel Holzhacken?

Wie wäre es, wenn ich nicht mehr fest davon überzeugt sein müsste, dass mein Partner mich nicht liebt, wenn er erst spät von der Arbeit nach Hause kommt?

Eine mögliche Deutung könnte ja auch sein:

  • weil sein Chef ihm noch etwas aufgebrummt hat
  • oder es einen Notfall gegeben hat
  • oder einem Kollegen etwas Schlimmes passiert ist und mein Partner seinem Kollegen beistehen wollte.

Was wäre, wenn ich mir vorstellen könnte, dass meine Sicht auf die Welt sehr persönlich geprägt wurde und ich phantasiebegabt bin und mir viele andere Perspektiven und Sichtweisen vorstellen kann?

Sichtweisen, die mir das Leben leichter machen…

Und ganz grundlegend:

Was wäre, wenn ich nicht glauben müsste, dass alles um mich herum mit mir zu tun hat.

Nur sehr wenig hat direkt etwas mit dir zu tun.

Vieles ist schlichtweg das Ergebnis dessen, was der andere gelernt hat zu sehen.

Was wäre, wenn ich in mir einen „Möglichkeitssinn“ entwickeln könnte (dieser Begriff wurde von Robert Musil erfunden).

Welche Situationen möchtest du mit deinem Möglichkeitssinn neu anschauen?

Es wäre deine Möglichkeit auf Freiheit. Wahre Freiheit.

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Jan und Susanne von Wille

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