Gelassenheit beginnt im Kopf

By Jan | Achtsamkeit

Apr 19
Ruhe und Gelassenheit

Wie du Gelassenheit als Lebensgefühl lernen kannst

Kennst du das ?

Auf der Arbeit reagiert deine Kollegin/ dein Kollege in einer Art und Weise auf dich, die dich schon lange nervt.

Du reagierst ebenso genervt und dieses Gefühl begleitet dich den ganzen Morgen.

Der Tag fing so gut an, aber du wirst diese Grundstimmung nicht mehr los, obwohl die Situation längst vorbei ist. Auch wenn du versuchst, dich im inneren Selbstgespräch aufzumuntern, es gelingt dir nicht

Oder:

Du hast einen schönen Abend mit deinem Partner geplant und freust dich auf die gemeinsame Zeit. Dein Partner verspätet sich indem er anmeldet, seinen Arbeitstag noch mit einem Telefonat abschließen zu wollen und bittet dich um etwas Geduld extra.

Du denkst:“ schon wieder – wie so oft“, bist geladen und reagierst genervt.

Du brichst dann eine Grundsatzdiskussion über das Thema Verspätung vom Stapel, obwohl du weißt, dass ein Streit in dieser Situation eine äußerst ungünstige Ausgangslage für eine „schöne Zeit zu zweit“ bietet .

Obwohl du schon 100x erlebt hast, dass der Abend auf diese Art in einer Katastrophe endet, hängst du fest und der Abend endet wie befürchtet.

Disidentifikation

ist die Wunderwaffe, die man in folgenden Situationen einsetzen kann, um aus einem ungünstigen Muster des Verhaltens auszusteigen:

  • wenn man entspannen möchte
  • wenn „Gedankenkreisel“ in der Stille stören
  • in Diskussionen mit Menschen, die andere Standpunkte vertreten, als man selbst.
  • In allen Situationen, in denen man negativ reagiert und den Wunsch verspürt, aus diesem Muster auszusteigen.
  • Für mehr Gelassenheit

Was meine ich mit Disidentifikation?

Es ist eine reflexive Fähigkeit, die man trainieren kann, um sich einen gesunden Abstand zu allen Angelegenheiten bewahren.

Folgende Grunderfahrung erwartet dich:

  • „Ich erlebe eine Situation, aber ich BIN NICHT untrennbar mit dieser Situation verwoben.
  • Ich kann die Situation beobachten, sie ist hier und ich bin dort.
  • Ich entscheide selbst, wann ich mich mit ihr beschäftige und wann nicht.

Der Effekt dieser Übung ist also Psychohygiene pur.

 

Nun zur Praxis:

Die Grundbewegung könnte man nennen:

in den Beobachter gehen.

Das Bild dazu ist eine Bühne. Die Bühne meines Lebens, auf der sich meine Geschichte abspielt.

Die Hauptdarsteller sind:

Mein Ich in seinen verschiedenen Formen, also Teilpersönlichkeiten oder Rollen die jeder so im Alltag spielt.

Die Aufgeregte, die Wütende, die Ängstliche, der Zerfahrene, je nachdem, wie ich die Rolle gerade beschreiben würde, die ich spiele.

Ich bin ebenfalls der Zuschauer vor der Bühne meines Lebens und schaue mir selber beim Spielen der jeweiligen Rolle zu.

Das bringt Distanz, ich weiß sofort: dies ist nur eine Rolle, ich werde sie nur für eine bestimmte Zeit spielen, sie ist nicht „alles“.

Das entzieht der Person (die ich ja selber bin), auf der Bühne ihre dominante Kraft, die sie für mich gerade so schwierig macht.

Ich disidentifiziere mich, d.h., ich schaue mir zu und weiß, das ist nicht alles, ich spiele nur eine Rolle die in 60 Minuten wahrscheinlich eine andere sein wird.

Das entlastet mich und entwirrt verworrene und allzu verhaftete Situationen.

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Die Übung:

Ich schildere eine Grundübung und eine „To go“ Übung, die du innerlich überall aus der Tasche ziehen kannst, wenn du die Grundübung gelernt hast.

Die Grundübung empfiehlt sich alleine, im geschützten Rahmen und mit den Mitteln durch zu führen, die ich angebe, um sie zu verinnerlichen.

Benötigtes Material:

ein Raum für dich allein, Zettel und ein Stift,

Dauer: ca. 15-20 Minuten

Grundübung:

Vorher: (ganz wichtig)

Du schaust dir in einer liebevollen und wohlwollenden Haltung zu! Das ist eine Entscheidung, die man vorher bewusst trifft.

Da die Situation stressbesetzt ist, ist es wahrscheinlich, dass man selbst genervt vom Zuschauen ist.

Das ist aber nicht hilfreich.

Ich schaue einer Person zu, die es gerade nicht ganz leicht hat und der wird es am besten tun, wenn man ihr wohlwollend gegenüber steht.

Das wird sie entlasten und bringt dich in die günstigste Grundhaltung dir selbst gegenüber.

  1. Versuche dich in einer entspannten Haltung an eine Situation am heutigen Tag zu erinnern, in der du Stress empfunden hast.

Hinweis:

Stress kann sich sehr unterschiedlich äußern z.B. in Angst, Wut, Ärger, Hektik, oder auch Stress durch zeitlicher Überforderung, „es ist mir grad alles zu viel“…, oder Beziehungsstress: Erwartungen wurden enttäuscht, Grenzen überschritten etc.

  1. Erinnere dich nun an eine „Stress-Situation“ und spüre in dich hinein. Spüre nach, wo du im Körper den Stress empfunden hast und lege die Hand dorthin.
  2. Stell dir nun die Bühne vor und stell dich selber als Figur darauf.

 

Du verkörperst jetzt das Gefühl, dass du heute in der Situation hattest. Lass die Person ein bisschen laufen und sieh ihr zu, wie sie diese Rolle spielt.

 

  1. Durch Gefühle, Körperempfindungen, Bilder und innere Stimmen findest du nun die Rolle heraus, die diese Person spielt.

Schau ihr ein bisschen zu und schreibe dann auf:

  • wie ist der Name des Teils ? (die Wütende, die Ängstliche, der Ungeduldige, der Streber…)
  • welche Emotionen hat er?
  • Was sagt dieser innere Anteil?
  1. Lass dir ein wenig Zeit für diese Betrachtung.

 

Am Ende der Übung überprüfe: wenn du JETZT an die Situation heute zurück denkst, empfindest du sie anders als vorher ?

Möglicherweise hat sich der Stress etwas reduziert.

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Übe dies für ein paar Wochen ca. 2x pro Woche 20 Minuten, um ein Gefühl dafür zu bekommen,

oder eben, wenn du daran denkst und es dir wichtig erscheint.

 

Dis-Identifikation „to go“:

Du begegnest der Kollegin, die dich abblitzen lässt.

Sofort macht sich „die Wütende“ in dir bemerkbar und droht, den ganzen Morgen zu versauen.

Du stellst dir deine Bühne vor und spielst für ein paar Sekunden (ohne das jemand etwas merkt;-) )

„die/der Wütende“.

Du siehst dir dabei zu, wie du auf den Boden trampelst und schreist, dass dieses Verhalten unmöglich ist und du so etwas Freches nie mehr sehen möchtest. Vielleicht trommelst du noch mit den Fäusten auf den Boden.

Du nimmst die Wütende ernst und gleichzeitig musst du vielleicht schon etwas schmunzeln, weil sie soviel Elan in ihre Wut steckt und das irgendwie auch Süß ist.

(Das würde z. Bsp. schon zeigen, dass du etwas Distanz zu der Person auf der Bühne hast.)

Sie darf wüten, du erlaubst ihr den Dampf abzulassen, aber du weißt auch: das geht vorbei…es ist nur eine Rolle, ein Gefühl.

Also:

  1. negatives Gefühl wahrnehmen
  2. die Bühne aufstellen
  3. für ein paar Minuten zuschauen,

(während man vielleicht äußerlich IN der Situation ist)

und die Situation dadurch entschärfen, dass ich den inneren Beobachter einschalte.

 

Oder:

Dein Partner verspätet sich und du merkst schon, wie die Ungeduld überhand nimmt.

Du stellst dir dich selber vor, wie du auf der Bühne deinem Partner einen Vortrag die Wichtigkeit der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit in der Beziehung hältst.

Vielleicht siehst du auch deinen Partner auf der inneren Bühne, der gerade erschöpft vom Stuhl rutscht… und du kehrst innerlich auf dem Absatz um, beschließt dieses Gespräch mit deinem Partner an einem Abend zu führen, an dem er gut drauf ist und hast deine Ungeduld mit diesem Schachzug „umgeparkt“. Ungemach: abgewendet 😉 Der Abend kann schön werden.

 

Last not least:

Wenn es um die Konzentration in der Meditation geht, kann folgende Übung hilfreich sein:

Stell dir vor, du schaust von Außen auf dich drauf, wie du da sitzt mit geschlossenen Augen.

Sobald ein Gedankeninhalt auftaucht, der dich einlädt, sich mit ihm zu beschäftigen, stell ihn dir vor, wie er als Wolke an deinem Kopf vorbeifliegt. Klebe in deiner Vorstellung ein „Label“ darauf, auf dem steht:

Gedanke, oder Gefühl und lass die Wolke weiterziehen, du musst dich nicht mit ihr beschäftigen.

Genieße nicht denken zu „müssen“.

Sei frei.

Zur Entlastung: ich übe diese Haltung schon seit Jahren ein.

D.h., verzweifle nicht, du wirst deine eigene Zeit brauchen.

Und sie wird dir dein Leben lang dienen.

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About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

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