Erstes und zweites Feuer auf unserer spirituellen Reise

By Jan | Achtsamkeit

Okt 05
Feuer

In der Regel beginnt die spirituelle Reise mit einer Art Gewissheit und Überzeugung.

Ich nenne es gern das „erste Feuer“.

Das Gottesbild entwickelt sich in dieser Phase oft entsprechend deiner Ideale. Wenn du z.B. ein freundlicher, geduldiger und vorsichtiger Mensch bist, wirst du in der Regel folgende Vorstellung von Gott haben:

Gott ist besonders freundlich, er ist äußerst geduldig und behutsam in seinem Wesen.

Bist du ein direkter, konfrontativer und genauer Typ, wird für dich Gott tendenziell besonders gerecht, eindeutig und klar sein.

Gott ist also die größere und machtvollere Ausgabe von dem, was du als Gut und Ideal verstehst.

Du wirst die Bibel auch mit diesem Filter lesen. Auf diese Weise entsteht ein klares Bild von Gott, was für den Beginn deines spirituellen Weges sehr hilfreich ist.

Der Übergang von solcher Selbstgewissheit zu einer reifen Spiritualität ist aber ungefähr so schwer wie der von der Verliebtheit zur Liebe.

Die Landung nach dem Höhenflug ist nicht einfach. Wer diese Landung nicht schafft, kann enttäuscht und verbittert enden.

Meist beginnt die Verbitterung damit, dass man andere für seinen Absturz verantwortlich macht. So wie beim Ende einer Verliebtheit oft der Partner zum Schuldigen erklärt wird: »Du hast mich so enttäuscht!« 

Beim religiösen Absturz sind die Schuldigen der Pfarrer, die Glaubensgeschwister oder Kirche – vielleicht sogar die Religion an sich.

Wenn du aber reifen willst, führt deine Reise durch die Enttäuschung hindurch in eine neue Weite und einer beständigen Glut im Herzen.

Das ist das zweite Feuer.

In diesem Feuer beginnt sich das Bild von Gott zu verändern, oder besser: zu erweitern. Gottes Ziel mit uns ist eine immer tiefere Einheit, eine Verbindung von Herz und Herz.

Der Moment

Wenn die Erfahrung der Einheit mit Gott in dir wächst, bekommst du ein Gespür für den Moment. Für dein Leben im Jetzt, in der Gegenwart …

Wenn die Bibel den Namen Gottes als „Ich bin der ich bin“ offenbart, dann ist Gott das Urbild von Identität. Und da er allgegenwärtig ist, füllt er mit seinem ganzen Wesen jeden Raum und jeden Moment aus.

Unser Leben ist verborgen mit Christus in Gott

Gott ist immer gegenwärtig. Er ist nicht in der Vergangenheit oder Zukunft sondern im Jetzt, in diesem Moment. Wie ein göttliches Hologramm können wir ihn in allen großen und kleinen Dingen dieses Kosmos erkennen. Im Gesang der Amsel, im Säuseln des Windes und im Plätschern eines Baches. Jedes Atom ist ein Buchstabe einer endlos laufenden Geschichte, mit der du durch deine Sehnsucht verbunden bist.

Wir wünschen dir in dieser Woche Momente, in denen du voller Glück Gottes Gesicht in allem wiederfinden kannst, was dich zur Zeit umgibt….

Buch Werdewas

(Auszug aus unserem neuen Buch Werde, was du bist: Christus in dir“)

Du kannst das Buch „Werde, was du bist: Christus in dir“ mit diesem Link hier bestellen

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About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

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