Eine Veränderung am Morgen, die dich selbst verändern wird

By Jan | Achtsamkeit

Dez 17
Ritual Morgens

Bist du zufrieden mit deinem Morgen-Ritual?

Ruhig und klar in den Tag zu starten ist für viele eine Herausforderung. Irgendwie steht man doch etwas später auf als geplant – oder viel zu früh, weil die Kids sich zum frühstücken melden. Oder man geht ziemlich unbewusst in die nächsten Stunden: pünktlich aber doch ziemlich automatisiert bei allen Ritualen: Von der Dusche bis zum Kaffee und dann auf die Arbeit, das Handy in der Hand und den Kopf bereits voller Termine. Grauer Alltag eben.

Morgens ist jetzt Zeit für mich!

Mal ehrlich, wer kennt den Stress morgens nicht – aber geht das nicht auch etwas besser? 
Denn eigentlich wäre es doch ziemlich schön, bewusst in den Tag zu starten, den Kopf frei zu machen für den Tag und dabei auch noch die Kreativität anzukurbeln.

Klingt ziemlich gut, oder?

Was machst du in den ersten 10 – 15 Minuten deines Tages?

Wenn du dir vorstellst, dass ein Tag eine kleine Miniaturausgabe deines gesamten Lebens ist, kannst du dir ausmalen, wie wichtig die ersten Minuten sind. Sie geben dem Tag – und im laufe der Jahre – auch deinem Leben die entscheidende Ausrichtung.

So wie unsere Kindheit sehr gewichtige Auswirkungen auf unser gesamtes Leben hat, so prägt auch der Beginn des Tages entscheidend den weiteren Tagesablauf.

Was geschieht in den ersten Minuten des Tages?

Du tauchst so langsam aus deinem Unterbewusstsein auf und bist noch sehr verbunden mit den Stimmungen, den Bildern und Emotionen, die Du im laufe der Nacht erlebt hast. Gleichzeitig gleitest Du in Dein Wachbewusstsein hinein.

Das Schlechteste, was Du in dieser Zeit machen kannst ist:

Fremdimpulse in Dich hinein lassen, z.B.

  • gleich das Radio einschalten und dich mit irgendwelchen Themen des Weltgeschehens zu beschäftigen.
  • oder du setzt dich mit nüchternem Magen an Deine Zeitung, die Dich gleich mit Bildern und Schlagzeilen versorgt, die nicht wirklich etwas mit dir zu tun haben.
  • oder du hast gleich deine kleinen Kinder an den Beinen, die dich sofort okkupieren.

Wenn du dir nicht zu Beginn des Tages diese Zeit für dich nimmst und ein konstruktives Ritual einbaust, ist die Gefahr sehr groß dass du ziemlich fremdgesteuert durch diesen Tag rast. Am Ende des Tages fällst du dann irgendwann ins Bett und hast keine Ahnung, wo du im laufe des Tages wirklich gewesen bist und was in dir und durch dich geschehen ist.

Auch wenn du ein Morgenmuffel bist, ist unser Rat an dich:

Rette die ersten 10 – 15 Minuten deines Tages!

Sei es dir wert, deinen Tag mit Würde und innerer Ruhe zu beginnen.

 

Die Morgenseiten – ein stilles „Power-Ritual“

Für 7 Monate habe ich als Ritual am Tagesbeginn „Die Morgenseiten“ ausprobiert.

Diese Methode wird von Julia Cameron in ihrem Buch „Der Weg des Künstlers“ vorgestellt.

Kurz gesagt geht es darum, der Hand freien Lauf zu lassen – denn am besten macht man diese Schreibübung tatsächlich nicht am Computer, ganz einfach, weil Hirn und Hand besser vernetzt sind als Hirn und Tastatur.

Es ist ziemlich simpel: man nimmt sich drei leere Blätter, einen Stift und beginnt zu schreiben, was einem in den Sinn kommt. Das können einzelne Wörter sein, (sinnvolle) Sätze oder auch ganze Passagen. Es ist schlicht vollkommen egal, was dabei herauskommt und man kann dabei auch nichts falsch machen – Hauptsache, man schreibt die Seiten voll.

Dabei bedient man sich seinem „Stream of consciousness“, also dem eigenen Bewusstseinsstrom, von dem die Rede ist, wenn man die Gedanken nicht steuert, sondern sie einfach aus sich rausfließen lässt. Ja, das mag komisch klingen und ist es sicherlich auch erst einmal – aber es ist ziemlich erstaunlich, was aus einem herauskommt, wenn man einfach mal loslässt. Und man erfährt so einiges über die Dinge, die man sonst eine Millisekunde später schon wieder gedanklich von sich weggeschoben hätte: Was bewegt mich, was schlummert in mir, was sind vielleicht Sorgen die ich habe oder Dinge, an denen ich mich erfreue? All das wird man während dieser Schreibübung erfahren.

In dem Morgenseiten geht es um den Prozess des Schreibens, nicht um das Produkt des Schreibens. Das ist mir wichtig, weil es mich davon befreit, etwas herstellen zu müssen, was ich anderen zeigen sollte. Die Morgenseiten müssen nicht andere beeindrucken und werden auch von niemandem beurteilt.

Weitere positive Auswirkungen, die ich in den 7 Monaten erlebt habe:

  • Es ist eine großartiges Ritual, um achtsamer mir selbst gegenüber zu werden.
  • Es bietet einen riesigen Fundus an neuen kreativen Ideen und bringt das Gehirn ganz anders in Schwung als wenn wir stumpf auf einen Bildschirm schauen.
  • Der Schreibprozess schafft Platz – denn ja, wenn wir Gedanken auf Papier festhalten, werden sie meist nicht nur klarer, sondern müssen uns auch nicht mehr den Schlaf rauben oder über den Tag begleiten.

Wer weiß, vielleicht sind die Feiertage genau der richtige Zeitpunkt, um mal ein neues Ritual am Morgen auszuprobieren! Schreibe gerne von deinen Erfahrungen, falls du es gewagt hast.
..

Möchtest du ein paar hilfreiche Tipps für den Alltag, um am Ende des Tages mehr Energie zu haben? Hol dir hier unsere Ideensammlung.

Beitrag teilen?
Follow

About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

>