Die Sonne stirbt!

By Jan | Achtsamkeit

Feb 04
Sonne

Gut, wir alle werden das nicht mehr miterleben. Aber in jeder Sekunde verbrennt die Sonne viele Millionen Tonnen Wasserstoff. Dabei verliert sie an Masse. Und man kann ausrechnen, wie lange die Sonne noch brennen wird, bis sie eines Tages ausgebrannt ist:

In etwa 7 Milliarden Jahren.

Spätestens dann wird es kein Leben auf der Erde mehr geben. Von der Sonne bleibt am Ende nicht mehr viel übrig. Aber durch ihr lange andauerndes Verbrennen, wird sie für viele Millionen Jahre das Leben ermöglicht haben.

In diesem Universum existiert alles für eine bestimmte Zeit, aber schließlich verliert alles seine Form und verwandelt sich in etwas anders. Das Sterben vollzieht sich oft gewalttätig, erscheint verschwenderisch oder auch sinnlos.

Wir Menschen haben uns angewöhnt, die Formen zu lieben und finden es tragisch, wenn sie sich verändern oder vergehen. Und wir leiden am Verlust. Ein Teil dieses Leidens kann in Liebe begründet sein, ein anderer Teil im Streben nach Sicherheit.

Aber alles ist dem Kreislauf von Leidenschaft, Tod und Auferstehung unterworfen.

Die Sonne stirbt, damit wir leben können. Indem die Sonne stirbt, schenkt sie Leben. Dieses Geheimnis von Sterben und Leben, von Vergehen und Entstehen spiegelt sich in der Natur, im ganzen Kosmos.

Der Kolosserbrief stellt dies in den Zusammenhang von Christus und der Schöpfung.

„In Christus ist alles geschaffen“ (Kol.1)

.Alles, was ist, ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen.

Die Schöpfung kennt den Zusammenhang von Sterben und Leben, vom Tod, in dem das Leben liegt. Das Geheimnis von Karfreitag ist, dass auch Gott dieses Spiel mitspielt. Gott geht dem Sterben nicht aus dem Weg, sondern wirft sich in Freiheit in diese Welt hinein, um sein Leben zu verlieren, damit Leben entstehen kann. Jesus hat das vorgelebt. Er lehrt uns, dass Verlust unvermeidlich ist und dass wir in diesen Prozess Vertrauen können.

Jesus selbst musste diesen Weg bis zu seinem dramatischen Ende gehen, und zeigte uns damit, dass alles so, wie es ist, in Ordnung ist.

Um dieses zentrale Thema zu vertiefen, gebe ich dir eine kleine Phantasie-Übung mit:

Frage dich einmal:

Was existierte eigentlich 100 Jahre vor mir? Vielleicht hast du deinen Wohnort vor Augen, die Kultur um dich herum, die Menschen, die da lebten….

Jetzt kommt ein noch größerer Sprung:

Was gab es dreitausend Jahre vor Christi Geburt? Auch hier verweile einen Moment…

Und jetzt wird es spannend:

Was wird in dreitausend Jahren sein? Wird die Erde eine Wüste sein, ein Urwald? Wird es eine andere Zivilisation geben?

Ziemlich sicher ist, dass es die Sprache, die du jetzt sprichst, nicht mehr geben wird. Keine (lebende) Sprache hat sich länger als dreitausend Jahre gehalten.

Versuch dir vorzustellen, wie du in dreitausend Jahren den Platz, auf dem du jetzt sitzt, sehen wirst. Und du wirst nach irgend einer Spur von dir suchen…

Diese kleine Übung kann uns helfen, viele der „ganz wichtigen Dinge“ in unserem Leben aus einer anderen, ewigen Perspektive zu sehen. Jesus hat von den Vögeln am Himmel und den Lilien auf dem Feld gesprochen. Sehr freie Wesen und Kreaturen, die sich ganz dem jeweiligen Moment verschenken und damit von der Weisheit Gottes im ganzen Universum erzählen.

Erzähle es, mit deinem Leben….!

Beitrag teilen?
Follow

About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

>