Die Feinde der Selbstliebe – und wie du sie besiegen kannst

By Jan | Achtsamkeit

Jun 13
Feinde der Selbstliebe

Sich selbst zu lieben ist eine der größten Herausforderungen und gleichzeitig das schönste Geschenk, das du dir selbst geben kannst.

Oscar Wilde drückte es sehr romantisch aus:

„Sich selbst zu lieben, ist der Beginn einer lebenslange Romanze.“

Wer sich selbst liebt, wartet nicht erst auf den Traumprinzen, der auf dem weißen Pferd angeritten kommt oder mit dem roten Ferrari vorfährt. Wenn du dich selbst liebst, bist du frei!

Warum wir uns selbst nicht lieben

Wir kennen alle Sätze wie diesen: „Bevor Du jemand anderen lieben kannst, musst du erst mal dich selbst lieben“. Eine gute Sache. Vermutlich würden 99 von 100 Personen das unterschreiben. Jedoch: Was in der Theorie total überzeugend klingt, fällt uns in der Praxis oft verdammt schwer.

Aber wo kommt es eigentlich her, dass viele Menschen Schwierigkeiten damit haben, sich selbst zu lieben?

Selbstliebe beginnt mit dem wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse. Und diesen eine höhere Priorität zu geben, als den Erwartungen anderer.

Die größten Feinde der Selbstliebe

1. Perfektionismus

Sicher ist es sehr sinnvoll, sich Mühe zu geben mit den Dingen, die man im Leben tut. Wenn die Motivation jedoch die Annahme von Menschen ist, entsteht in uns Perfektionismus.

Die Entstehung von Perfektionismus ist häufig in unserer Kindheit zu finden. Denn was lernen wir oft in frühen Kindheitstagen?

Die Anerkennung, Liebe und Zuneigung anderer zu gewinnen. Das ist vollkommen normal. Als Baby sind wir auf unsere Eltern angewiesen und wir lernen sehr schnell Verhaltensweisen, um das zu bekommen, was wir brauchen und wollen. Und da gehört die Zuneigung und Liebe nun mal dazu.

Wenn wir jedoch nicht auch bedingungslose Liebe und Wertschätzung erleben, entwickeln wir Perfektionismus als innere Strategie.

Zu lernen, wo der Übergang zum unerreichbaren Perfektionismus besteht, ist die Aufgabe desjenigen, der lernen will, sich selbst zu lieben

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2. Dein innerer Dialog

Was hältst du von dir als Mensch?

Würdest du gerne mit dir befreundet sein?

Achte auf deinen inneren Dialog und drücke dir selbst mal Wertschätzung aus. Konzentriere dich auf deine positiven Seiten und setze dich bewusst damit auseinander, was gut an dir ist. Fördere deine Stärken und sei gut zu dir selbst!

3. Selbst keine Liebe sein

Lästern über andere Menschen wirkt wie Gift – nach außen genau so wie nach Innen.

In manchen Kreisen gehört es fast schon zum guten Ton. Da wird sich beschwert, wie bescheuert Arbeitskollegin XY und wie dämlich und unstrukturiert der Chef ist usw.

Wie willst du Liebe sein, wenn du Hass schürst?

Wie willst Du dich selbst lieben, wenn du gerade in Gedanken nach Dingen suchst, die du bei anderen Menschen nicht magst?

In diesem Moment bist du sicherlich nicht in auf der Ebene der Liebe!

Sich selbst lieben lernen

Diese kleine Liste mit den „Feinden der Selbstliebe“ kann sicher noch weiter geführt werden.

Ich möchte dir aber noch ein paar konkrete Hilfen mitgeben, mit denen du Selbstliebe lernen und dauerhaft aufflammen lassen kannst.

Es gibt inzwischen eine Menge Tipps um Selbstliebe zu lernen. Eine absolute „Powerübung“ möchte ich dir hier vorstellen:

Die Spiegelarbeit

Bist du in Übereinstimmung mit dir selbst, fließt Kraft und Liebe. Der Fluss der Liebe wird jedoch überall dort unterbrochen, wo du dich selbst nicht annimmst und liebst. Hier kommt der Fluss des Lebens ins Stocken.

Diese Übereinstimmung betrifft dein Wesen /Charakter und deinen Körper, deine äußere Erscheinung!

Und es geht sogar noch weiter: all das, was wir in uns selbst nicht angenommen haben und somit ablehnen, wird zur Projektion*, die wir in andere Menschen hineinlegen. Die allermeisten Beziehungsprobleme haben hier ihren Ursprung!

Deshalb ist Selbstliebe kein Ego-Trip, sondern zentrale Voraussetzung für gelingende Beziehungen und ein Wachsen in der Liebe.

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*über die 4 Spiegelgesetze kannst du hier mehr nachlesen: Das Spiegelgesetz

Die Spiegelarbeit.

Spiegelarbeit ist einfach, und sehr effektiv. Für wachsende Selbstliebe ist Spiegelarbeit das ideale, wirklich schnell wirksame Werkzeug. Alles was wir benötigen ist ein Spiegel und Mut. Mut uns im Spiegel anzusehen und positive Worte zu sprechen.

Der Blick in den Spiegel ist für viele irgendwie unangenehm. In den meisten Fällen hören wir sofort eine bewertende Stimme in unserem inneren. Wir sehen Falten, graue Haare, eine unförmige Figur oder was uns sonst noch negatives an uns auffällt. Es gibt Menschen, die nicht einmal einen Spiegel besitzen, weil sie ihren Anblick nicht ertragen können.

Hier setzt die Spiegelarbeit an.

In einen Spiegel blicken, sich selbst betrachten und weich werden, beginnen sich anzunehmen, zu akzeptieren was ist und liebevoll mit sich umzugehen…

Was passiert in uns emotional, wenn wir uns das erste Mal ernsthaft im Spiegel in die Augen schauen, und uns liebevolle Worte zusprechen. Wenn wir den Satz „Ich liebe dich“ aussprechen und uns vielleicht sogar vor unseren Augen in den Arm nehmen?

Für einige Menschen ist es unvorstellbar diesen Satz überhaupt auszusprechen und es dem eigenen Spiegelbild zu sagen, scheint noch viel schwieriger. Was für Kinder noch normal ist – sich unverholen und ohne Scham im Spiegel zu betrachten oder sich sogar im Spiegel zu küssen – ist für viele Erwachsene undenkbar geworden.

Zu Beginn kam ich mir dabei einfach nur vollkommen dämlich vor und auch heute noch habe ich Momente, an denen mir die Spiegelarbeit schwerer fällt als an anderen. Es ist aber vollkommen normal sich anfangs zu schämen, unwohl oder albern vorzukommen.

Bei der Spiegelarbeit entdecken wir zuerst, welche Widerstände in uns noch arbeiten und was wir wirklich über uns denken und fühlen.

In zwei Schritten zu mehr Selbstannahme und einer klareren Sicht uns selbst gegenüber:

  1. Phase: wir spüren alte Bewertungen uns selbst gegenüber auf. Welches Selbstbild hat sich über die Jahre geprägt?
  2. Phase: wir lernen uns selbst mehr so zu akzeptieren und zu lieben, wie wir sind. Von dort bringen wir aktiv neue Sichtweisen mit uns in Verbindung.

Praktische Schritte:

1. Schritt:

Überlege dir einen passenden Zeitpunkt, an dem du dich für 3 Minuten im Spiegel anschaust.

Am besten gleich am Morgen. Dieser Zeitpunkt ist der beste, aus folgenden Gründen:

A.) Unser Unterbewusstsein ist noch sehr aufnahmefähig und unser kritischer Verstand nicht so aktiv. Was wir hier in den ersten Minuten des Tages erleben geht besonders tief.

B.) Ein Morgenritual einzurichten ist oft am leichtesten, da wir noch nicht mit so vielen Dingen beschäftigt sind.

C.) Morgens finden wir uns meist nicht ganz so attraktiv. Wir sind von der Nacht noch zerknittert und nicht „hergerichtet“. Wenn wir es schaffen, uns in dieser Situation anzuschauen und wertzuschätzen, hat das besonders viel Kraft.

Wir wollen ja in den Spiegel schauen ohne zu urteilen. Nur so sehen wir, wer wir wirklich sind.

2. Schritt:

Stell dich vor den Spiegel, schaue in deine Augen und spreche liebevolle Worte aus.

z.B.: „Ich liebe dich“. (oder auch in der ersten Person: „Ich liebe mich“.)

Wenn es dir schwer fällt, dich im Spiegel anzuschauen und dir selbst gegenüber auszusprechen: „Ich liebe dich“ kannst du einen Zwischenschritt einbauen:

„Ich bin gewillt, mich selbst zu lieben“.

Gewillt zu sein ist die Grundvoraussetzung für einen Heilungsprozess.

Hilfreich ist es dann, dir ein kleines Kind im Kindergarten vorzustellen. Stelle dich selbst als kleines Kind vor und sage: „_______ ich möchte dich lieben.“

Dann nimm dir einen Moment der Achtsamkeit.

Spreche den Satz noch einmal aus. Möglichst indem du deinen Vornahmen nennst: „___________, ich liebe dich“.

Ein beschämtes Lächeln. „Was tue ich da?“

Ein weiteres Mal: „________________, ich liebe dich“. (oder auch einfach „Ich liebe mich“)

Bleibe einen Moment bei dem Blick in deine Augen.

Spüre nach.

Wie fühlst du dich dabei?

Welche Empfindungen nimmst du dabei wahr? Ganz ehrlich.

Am Anfang können alle möglichen Reaktionen aufsteigen – z.B.

„Das ist albern“

„Ich fühle mich unangenehm“

„Das ist unehrlich“

„Wer ist das wirklich, dem ich hier in die Augen schaue?“

„Schmerz“

„Trauer“

„Abscheu“

„Zuneigung“

„Empathie“

„Freundschaft“

3. Schritt:

Dann schaue deinen Körper im Spiegel an (am besten nackt!).

Betrachte die Körperteile, mit denen zu „zufrieden“ bist. Dann auch die Regionen, die du nicht so magst. Nun kannst du etwas experimentieren, indem du diese Körperteile ansprichst und wertschätzt.

Das mag für einige sehr schwer sein und nur langsam und in Stufen möglich werden.

Es reicht, wenn du dies für eine Woche täglich 3 Minuten praktizierst.

4. Schritt:

Finde deinen „Power-Satz“.

Nach ein paar Übungen kannst du dir eine Affirmation aussuchen. Suche einen Satz, den du dir gerne selbst zusprechen möchtest.

Wenn er dir sehr schwer fällt ist er vielleicht umso wichtiger für dich.

Z.B. „ich werde geliebt“, „alles ist gut“, „ich bin in Sicherheit“, „ich bin hübsch“.

Oder auch z.b. „________________________ ich liebe dich.“

„________________________ du bist in Ordnung“

„__________________du bist wertvoll.“

„ich bin von Gott wunderbar geschaffen“. etc.

Übe nun eine Woche lang, indem du dich an jedem Tag vor einen Spiegel stellst oder setzt, dir in die Augen blickst und zehn Mal deine Affirmation sprichst. Atme nach jeder Affirmation tief ein und aus.

Spüre in dich hinein.

Welche Empfindungen entstehen, während du diesen Satz sprichst? Welche Gedanken oder Erinnerungen steigen in dir hoch? Fangen deine Hände an zu kribbeln, kommen dir vielleicht die Tränen, wirst du wütend oder traurig? Vielleicht spürst du auch eine Wärme die sich in dir ausbreitet, bist du positiv berührt, freudig, amüsiert oder dankbar?

Kannst du dir ein „ich liebe mich“ nicht abnehmen, findest du dich unmöglich, hässlich, egoistisch oder hast das Gefühl du verdienst es nicht geliebt zu werden?
Fällt es dir vielleicht zunehmend leichter deine Affirmation zu sprechen? Beginnst du anzunehmen was du dir sagst?
Nach einer Woche wirst du mit Sicherheit schon Veränderungen erleben können. Vielleicht sind es nur kleine, kaum merkliche Veränderungen, die aber kraftvoll nachklingen und dein Inneres prägen.

Wenn möglich, notiere nach jedem Mal deine Erfahrungen auf einen Zettel um den Prozess innerhalb der Woche zu beobachten. Was erlebst du in den ersten Momenten und was verändert sich?

Tipp: Nimm die Übung flexibel in deinen Alltag auf. Du könntest zum Beispiel im Alltag auf alle Spiegel achten die dir begegnen (auch spiegelnde Oberflächen wie Autofenster, Schaufenster, Wasseroberflächen…), dir kurz zuzwinkern und dir bewusst ein Lächeln schenken. Als i-Tüpfelchen könntest du jedes Mal bewusst deine Affirmation sprechen oder denken.

Und nun: viel Spaß und Neugier bei dieser spannenden Reise zu deinem wunderbaren Herzen! Du bist der Duft, den diese Welt braucht.

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About the Author

Jan und Susanne von Wille

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