Bedürfnisse wahrnehmen und in die Beziehungen einbringen

By Jan | Achtsamkeit

Apr 01
Selbstliebe Frau
Mit zwei Fragen deine Bedürfnisse wahrnehmen und ausdrücken

Bedürfnisse sind cool.
Auch wenn Achtsamkeit in unserer Gesellschaft inzwischen angekommen ist, wird das „Nachspüren von Bedürfnissen und Gefühlen“ bei manchen Zeitgenossen noch als „verdächtig“ oder egoistisch empfunden.
Das führt manchmal dazu, dass wir uns nicht erlauben, Bedürfnissen nachzuspüren und sie zu zeigen. Damit schneiden wir uns jedoch von einer großen Kraftquelle im Leben ab.
Bedürfnisse wahrzunehmen ist aber etwas sehr wertvolles. Dann, wenn wir es auf beiden Seiten tun:
Meine eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und wertschätzen – und genau so die Bedürfnisse anderer Menschen.

Verbundenheit spüren

Bedürfnisse wahrnehmen und einbringen führt uns in die Verbundenheit. Wir sind abhängig voneinander und zugleich selbstbestimmt.

Wie kannst du nun deine Bedürfnisse in einer Beziehung so ausdrücken, dass du dabei bei dir bleibst und sich dein Gegenüber nicht persönlich bedrängt oder angegriffen fühlt?

Hilfreich sind diese drei Schritte: 

Bedürfnisse erkennen

sie zu spüren

in der Beziehung ausdrücken

und mit einer konkreten Bitte (Wunsch) verbinden


Wie du deine Bedürfnisse einbringen kannst, wenn du etwas nicht willst (abgrenzen)

Bauchgefühl und achtsamkeit
Für die eigenen Bedürfnisse öffnen

Nehmen wir mal folgendes Beispiel:
Jeden Tag fährst du nach der Arbeit zu deinen Eltern, um ihnen zu helfen. Das ist auf der einen Seite für dich ok, aber die Häufigkeit wird dir einfach zu viel. Es ist zu einer großen Belastung für dich geworden.
Zugleich spürst du auch, dass deine Eltern diese Unterstützung von dir einfordern. Es ist „Selbstverständlich“ für sie geworden.


Was tun?

Erster Schritt: Beobachtung


Bei diesem ersten Schritt ist es wichtig, dass du objektiv und sachlich bleibst. Wenn wir unzufrieden geworden sind, ist in der Regel bereits ein Bedürfnis in uns dauerhaft nicht erfüllt worden. Es ist eine belastende Emotion in uns entstanden und wir neigen dazu, unser Anliegen mit einem gewissen Druck in die Beziehung zu bringen.


Wenn du im Gespräch mit deinen Eltern sagen würdest: „ich finde, das ist eine unzumutbare Erwartung. Ihr seid egoistisch“, wäre der Einstieg bereits ungut von deinen Emotionen gefärbt.
Besser ist es, erst einmal sachlich zu beschreiben, was ist. Z.B:
„Ich komme jeden Tag nach der Arbeit zu euch.“
 

Zweiter Schritt: Gefühl

Nun geht es darum, dem anderen mitzuteilen, welches Gefühl bei dir entstanden ist.
Dafür ist es wichtig, dass du dir einen Moment Zeit nimmst, um dieses Gefühl auch wahrzunehmen. Du machst damit zwei wichtige Dinge:
Du wertschätzt dich selbst, und
Je klarer du in Verbindung mit deinem Gefühl bist, desto leichter wird es dir fallen, dies ins Gespräch einzubringen.
Vielleicht kannst du dann deinen Eltern mitteilen, dass du erschöpft bist. Dass diese tägliche Unterstützung für dich dich so viel Zeit kostet, dass du deine Energiereserven nicht mehr gut füllen kannst.
 

Dritter Schritt: Bedürfnis äussern

Dieser Schritt ist sehr wichtig: worum geht es dir eigentlich?
Welches nicht beachtete Bedürfnis ist es, was dein eben benanntes Gefühl auslöst?
Der Einsatz bei deinen Eltern hat vielleicht deine Bedürfnisse nach Ruhe, Ich-Zeit und Erholung verletzt.
 

Vierter Schritt: Bitten (nicht Fordern)

Im diesem letzten Schritt geht darum, was du vom anderen erbittest.
Ein Wunsch ist etwas anderes als eine Forderung. Der Ton macht die Musik. Achte also darauf, dass du dein Anliegen in Form einer Bitte rüberbringst. Formuliere einfach und schlicht, welcher Umstand oder welche Verhaltensweise dir in dieser Situation lieber wäre.
z.B.: „Ich würde gerne nur noch 3 Mal in der Woche vorbeikommen. Bitte habt dafür Verständnis, dass ich mehr Zeit für mich, meine Kinder und meinen Partner brauche.“

(Wie du deine Eltern losässt > hier weitere Hilfe)


Wie du deine Bedürfnisse einbringen kannst, wenn du etwas willst (Öffnen)

Grenzen wahrnehmen
Öffnen für eigene Bedürfnisse

Viel zu oft erwarten wir, dass andere Menschen meine Bedürfnisse doch spüren müssten, Oder von selber auf mich zukommen sollten.


„Warum kommt er / sie nicht zu mir?“

„Warum bindet mich niemand ins Gespräch ein?“

„Warum spricht mich niemand an?“

Ein endloses Warten…


Sich darauf zu verlassen, dass jemand Anderes die eigenen Wünsche errät und sie dann auch noch erfüllt, ist natürlich zum Scheitern verurteilt.
Also heißt es, eigenverantwortlich und aktiv zu werden.

Auch hier gibt es besseres als „Fordern“.


z.B: „Ich gebe anderen“
Ich gebe also meinem Nächsten, was ich gerne hätte. Interessanterweise erfüllt das auch mein Bedürfnis (nach z.B. Liebe):

  • ich umarme jemanden (hier verschwimmen oft die Grenzen zwischen Empfänger und Geber)
  • ich liebe und akzeptiere jemanden
  • kleine Gesten der Wertschätzung: Postkarten schreiben, Blumen, Spaziergänge
  • ich höre jemandem zu

Du ahnst hier natürlich die Schattenseite:
Die Erwartung, dass etwas zurück kommt.

„Ich zeige dir Wertschätzung, damit du XY für mich tust. Eine Hand wäscht die andere.“


Nur wenn du dein Geben wirklich frei verschenkst, kann dein Bedürfnis auf diese elegante Weise (Ich gebe anderen) durch ein freies „Echo“ erfüllt werden.


Zum Mitnehmen:


Gibt es Situationen, in denen du das Gefühl hast, dass du mehr für dich und deine Bedürfnisse einstehen solltest?
Welche Bedürfnisse werden dabei vernachlässigt und welche Bitten sind es, die du wem gegenüber äußeren müsstest, um etwas daran zu ändern?
Mit einer gesunder Portion Selbstliebe sind diese Schritte übrigens viel leichter umzusetzen.


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About the Author

Jan von Wille, leitet zusammen mit seiner Frau Susanne die Akademie für Lebenskunst und Leaderschip. Themen wie Achtsamkeit, moderne Spiritualität und Unternehmertum

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